
Immer mehr Unternehmen, Netzbetreiber, Hersteller, Investoren und vor allen auch die Bundesregierung verlassen sich auf unabhängige Zertifizierungsstellen, wenn es um die Bewertung technischer Produkte, Anlagen oder Systeme geht. Insbesondere im Bereich der Energiewende – beispielsweise bei Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern oder Wasserstoffanlagen – spielen Zertifizierungen eine zentrale Rolle.
Doch woran erkennt man eigentlich, ob eine Zertifizierungsstelle kompetent, unabhängig und vertrauenswürdig arbeitet? Die Antwort lautet: DIN EN ISO/IEC 17065. Diese internationale Norm definiert weltweit die Anforderungen an Stellen, die Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen zertifizieren. In Deutschland bildet sie gleichzeitig die Grundlage für die Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS).

Die DIN EN ISO/IEC 17065 trägt den vollständigen Titel: „Konformitätsbewertung – Anforderungen an Stellen, die Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zertifizieren.“
Sie wurde gemeinsam von der International Organization for Standardization (ISO) und der International Electrotechnical Commission (IEC) entwickelt und ist heute weltweit anerkannt. Sie ist national (DIN), Europaweit (EN) und weltweit über die IEC/ISO anerkannt.
Das Ziel der Norm besteht darin, sicherzustellen, dass Zertifizierungsstellen
Dadurch wird sichergestellt, dass ein ausgestelltes Zertifikat weltweit ein hohes Vertrauen genießt.
Eine Zertifizierung besitzt nur dann einen echten Mehrwert, wenn alle Beteiligten Vertrauen in das Ergebnis haben.
Dazu gehören beispielsweise:
All diese Marktteilnehmer verlassen sich darauf, dass die Zertifizierungsstelle objektiv arbeitet und ihre Entscheidungen ausschließlich auf technischen Nachweisen basiert. Genau hierfür wurde die ISO 17065 geschaffen.
Zertifikate, die von einer nach DIN EN ISO/IEC 17065 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditierten Zertifizierungsstelle ausgestellt werden, genießen weltweit ein außerordentlich hohes Vertrauen. Grundlage hierfür sind die strengen Anforderungen an Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, fachliche Kompetenz und Qualitätssicherung, deren Einhaltung regelmäßig durch die DAkkS überwacht wird. Darüber hinaus ist die DAkkS Mitglied der internationalen Anerkennungsabkommen der European co-operation for Accreditation (EA) und des International Accreditation Forum (IAF), wodurch die Kompetenz deutscher Zertifizierungsstellen in zahlreichen Ländern gegenseitig anerkannt wird.
Die Norm gilt grundsätzlich für Zertifizierungen von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen.
Im Bereich der Energietechnik betrifft dies beispielsweise:
Sie kann jedoch ebenso auf viele andere Industriebereiche angewendet werden, beipielsweise:

Die Zertifizierungsstelle muss unabhängig sein.
Das bedeutet:
Gerade im Bereich der Energieerzeugungsanlagen ist dies von enormer Bedeutung. Eine Zertifizierungsstelle darf niemals wirtschaftlich davon profitieren, dass ein Zertifikat erteilt wird.
Die ISO 17065 fordert ein aktives Management der Unparteilichkeit.
Hierzu gehören beispielsweise
Viele akkreditierte Stellen verfügen zusätzlich über einen unabhängigen Ausschuss zur Sicherstellung der Unparteilichkeit.
Alle Mitarbeiter müssen ihre Kompetenz nachweisen.
Dies betrifft insbesondere
Die Norm fordert unter anderem:
Jeder Zertifizierungsschritt muss klar beschrieben sein.
Hierzu gehören beispielsweise
Alle Prozesse müssen dokumentiert und nachvollziehbar sein.
Zertifizierungsstellen erhalten häufig hochsensible Unterlagen von den neusten Prototypenentwicklungen.
Beispielsweise:
Die ISO 17065 verpflichtet Zertifizierungsstellen, diese Informationen vertraulich zu behandeln.
Jeder Kunde muss die Möglichkeit haben,
Hierfür fordert die Norm ein transparentes Verfahren.
Ein besonders wichtiger Punkt: Die Person, welche die Zertifizierungsentscheidung trifft, darf nicht dieselbe Person sein, die die technische Bewertung durchgeführt hat.
Dadurch wird das Vier-Augen-Prinzip sichergestellt.
Die Norm fordert ein umfassendes Managementsystem.
Dieses umfasst unter anderem:
Dadurch entwickelt sich die Zertifizierungsstelle ständig weiter.
Die Einhaltung der ISO 17065 wird nicht einfach behauptet. Sie wird durch eine unabhängige berufene Stelle überprüft. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe ausschließlich die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS).
Die DAkkS arbeitet auf Grundlage
Die internationale Anerkennung von nach DIN EN ISO/IEC 17065 akkreditierten Zertifizierungsstellen erfolgt über die Mitgliedschaft der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) in den multilateralen Anerkennungsabkommen der European co-operation for Accreditation (EA MLA) sowie des International Accreditation Forum (IAF MLA). Dadurch werden die Kompetenzen und Zertifizierungen von DAkkS-akkreditierten Zertifizierungsstellen in den Mitgliedsländern gegenseitig anerkannt, wodurch die Akzeptanz der ausgestellten Zertifikate auf internationaler Ebene wesentlich erleichtert wird.
Z.B. kommt die DAkkS bei M.O.E. durch die hohe Anzahl von Akkreditierung mehrfach im Jahr zum Audit und überprüft u.a. neben dem System auch die fachliche Eignung.

Schritt 1 – Antrag: Die Zertifizierungsstelle beantragt die Akkreditierung. Dabei werden zahlreiche Dokumente eingereicht.
Schritt 2 – Dokumentenprüfung: Die DAkkS bewertet u.a. Qualitätsmanagement, Verfahrensanweisungen, Kompetenznachweise, Organigramm und Unabhängigkeitskonzept.

Schritt 3 – Vor-Ort-Begutachtung: Ein Begutachterteam überprüft vor Ort Arbeitsweise, Mitarbeiter, Verfahren, Entscheidungsprozesse und Dokumentation.
Schritt 4 – Witness Audits: Hier beobachten DAkkS-Begutachter reale Zertifizierungsverfahren und bewerten u.a. Fachkompetenz, Nachvollziehbarkeit, Einhaltung der Norm und Entscheidungsqualität.

Schritt 5 – Akkreditierungsentscheidung: Erst nach erfolgreicher Bewertung wird die Akkreditierung ausgesprochen. Die Zertifizierungsstelle erhält anschließend eine Akkreditierungsurkunde mit genau definiertem Geltungsbereich.

Schritt 6 – Regelmäßige Überwachung: Akkreditierte Stellen werden regelmäßig überwacht. Dadurch wird dauerhaft sichergestellt, dass die Anforderungen eingehalten werden.
Zertifizierung: Die Zertifizierungsstelle bestätigt die Konformität eines Produkts oder einer Anlage. Beispielsweise durch ein Einheitenzertifikat, Anlagenzertifikat oder Komponentenzertifikat.
Akkreditierung: Die Akkreditierungsstelle bestätigt die Kompetenz der Zertifizierungsstelle. Mit anderen Worten: Die Akkreditierung bewertet den Zertifizierer. Die Zertifizierungsstelle bewertet anschließend das Produkt.
Bei Netzanschlüssen nach
müssen Zertifizierungen von einer fachlich geeigneten Stelle durchgeführt werden.
Eine Akkreditierung nach ISO/IEC 17065 stellt sicher, dass:
Gerade bei großen Windparks, Solarparks, Batteriespeichern, Hybridkraftwerken und Großkraftwerke ist dies ein wesentlicher Baustein für einen sicheren und diskriminierungsfreien Netzanschluss.

Die Norm selbst ist keine gesetzliche Verpflichtung. In vielen regulierten Bereichen – insbesondere dort, wo Zertifikate von Behörden, Netzbetreibern oder anderen Marktteilnehmern anerkannt werden müssen – ist eine Akkreditierung nach ISO/IEC 17065 jedoch faktisch Voraussetzung.
In Deutschland ist ausschließlich die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) für die Akkreditierung zuständig. Sie prüft die Kompetenz und Unabhängigkeit der Zertifizierungsstellen nach den geltenden nationalen und internationalen Regelwerken.
Grundsätzlich kann jede Organisation Zertifizierungsleistungen anbieten. Soll das Zertifikat jedoch als akkreditierte Konformitätsbewertung anerkannt werden, muss die Organisation die Anforderungen der DIN EN ISO/IEC 17065 erfüllen und erfolgreich akkreditiert sein.
Die Akkreditierung ist kein einmaliger Vorgang. Akkreditierte Stellen werden regelmäßig durch die DAkkS überwacht. Dazu gehören Dokumentenprüfungen, Vor-Ort-Begutachtungen und Witness Audits, um die fortlaufende Einhaltung der Norm sicherzustellen.
Die DIN EN ISO/IEC 17065 ist die weltweit anerkannte Grundlage für die Arbeit von Zertifizierungsstellen. Sie stellt sicher, dass Zertifizierungen objektiv, transparent und auf einem hohen fachlichen Niveau durchgeführt werden.
Für Unternehmen, die auf zuverlässige Produkt-, Komponenten- oder Anlagenzertifizierungen angewiesen sind, bietet eine akkreditierte Zertifizierungsstelle ein Höchstmaß an Sicherheit und Vertrauen. Durch klare Anforderungen an Unabhängigkeit, Kompetenz und Qualität schafft die Norm die Voraussetzung dafür, dass Zertifikate national und international anerkannt werden.
Gerade im Bereich der Energiewende – etwa bei Windenergie-, Photovoltaik-, Batteriespeicher- und Wasserstoffprojekten – bildet die DIN EN ISO/IEC 17065 die Basis für belastbare Zertifizierungsentscheidungen und unterstützt einen sicheren, transparenten und effizienten Netzanschluss.
Wenn Sie für Ihr Projekt eine akkreditierte Zertifizierungsstelle suchen, achten Sie darauf, dass deren Akkreditierungsumfang genau die von Ihnen benötigten Zertifizierungsleistungen umfasst. Nur so ist gewährleistet, dass die ausgestellten Zertifikate den Anforderungen von Netzbetreibern, Behörden und anderen Marktteilnehmern entsprechen.
Akkreditiert als Zertifizierungsstelle nach DIN EN ISO/IEC 17065, Inspektionsstelle nach DIN EN ISO/IEC 17020 und als Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025 von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS). Ehemals empfohlen vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) und aktuell von der FGW e.V. – Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien.







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