M.O.E. informiert zur TAR Mittelspannung

Alles zur TAR Mittelspannung

Am 17.05.2018 wurde die VDE-AR-N 4110 (TAR Mittelspannung) veröffentlicht. Spätestens mit der Anwendungspflicht ab dem 27.04.2019 ändern sich somit die technischen Anforderungen an den Netzparallelbetrieb und Netzanschluss für alle dezentralen Erzeugungsanlagen und Speicher. Alle Anlagen mit einem Mittelspannungsanschluss, sprich zwischen 1 kV und 60 kV, sind von der technischen Anwendungsrichtlinie betroffen. Die TAR Mittelspannung wird die bisherige Mittelspannungsrichtlinie, die BDEW MSR 2008 inkl. der 4. Ergänzung, ablösen.

Wesentliche Merkmale der neuen VDE-AR-N 4110 (TAR Mittelspannung):

  • Geänderte Anforderungen an die Blindleistungsbereitstellung von Erzeugungsanlagen
  • Erweiterte Anforderungen bei Netzfehlern (z.B. Durchfahren von Spannungseinbrüchen)
  • Anforderungen an Speicher und Mischanlagen (Erzeuger und Verbraucher)
  • Umsetzung der europäischen Vorgaben aus dem Network Code „Requirements for Generators“ (kurz: NC RfG)
  • Neue Anforderungen an Schutzkonzepte
  • Anforderungen an Notstromaggregate

Bei M.O.E. bekommen Sie dazu alle Infos aus 1. Hand

Als Mitglied der entsprechenden Projektgruppe des FNN war M.O.E. an der Entwicklung der TAR Mittelspannung beteiligt und kann somit aus erster Hand berichten. Unsere Informationen teilen wir natürlich gerne mit Ihnen auf unserem nächsten Seminar!  

+ + + Update: Im Septmeber 2018 planen wir ein Seminar ausschließlich zur neuen VDE-AR-N 4110 (TAR Mittelspannung). Bitte tragen Sie sich hier kostenfrei und unverbindlich in unseren Verteiler ein, dann erinnern wir Sie, wenn Sie sich verbindlich anmelden können! + + +

Was bringt die neue Richtlinie mit sich?

Erweiterte Anforderungen an die Blindleistungsbereitstellung

Erzeugungsanlagen müssen mit Einführung der TAR Mittelspannung im Teillastbereich mehr Blindleistung bereitstellen. In jedem Arbeitspunkt (>20 % PN) muss eine Blindleistung von 33% der installierten Anlagenleistung am Netzanschlusspunkt vorgehalten werden. Für Volllastbetrieb ist somit weiterhin ein cosPhi = 0,95 (über- bis untererregt) einzuhalten. Diese Anforderungen sind seitens der Hersteller umzusetzen, Projektierer sollten die Anforderungen bei der Auswahl der Komponenten berücksichtigen.

Was müssen Erzeugungseinheiten darüber hinaus können?

Mit Einführung der TAR Mittelspannung müssen Hersteller von Erzeugungseinheiten bereits in der Entwicklungsphase unter anderem die erweiterten Anforderungen hinsichtlich der dynamischen Netzstützung beachten. Zusammenfassend gelten nun konkretisierte Anforderungen hinsichtlich symmetrischer und unsymmetrischer Fehler sowie Anforderungen an das Verhalten der Erzeugungseinheit nach Fehlerende und bei Mehrfachfehlern.

Neu: Anschlussanforderungen an Speicheranlagen

Hinsichtlich des Netzanschlusses bzw. der Netzintegration von Speicheranlagen gab es bisher keine konkreten Anforderungen. Dies hatte hauptsächlich mit der (auch rechtlichen) Definition eines Speichers (Erzeuger und/oder Verbraucher) zu tun. Mit der Einführung der TAR Mittelspannung gelten für Speicher erstmalig dieselben Anforderungen wie für „klassische“ Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz.

Schutzkonzepte sind zu bedenken

Mit Einführung der TAR Mittelspannung kommen auf Betreiber von Anlagen neue Anforderungen und die Verantwortlichkeit hinsichtlich Schutzkonzepten zu. Beispielsweise hat dieser dafür zu sorgen, dass turnusmäßige Schutzprüfungen an den Anlagen bzw. Einheiten durchgeführt werden. Hierfür müssen Hersteller entsprechende Prüfklemmleisten bereitstellen. Der Entkupplungsschutz ist unabhängig von Netzbetreiberanforderungen vorzusehen.

Unser nächstes Seminar

Bereits auf unserem nächsten Seminar am 7. März beantworten wir Ihre Fragen zur VDE-AR-N 4110 (TAR Mittelspannung) und weiteren Netzanschlussrichtlinien.  Unser Seminar „Aktuelle und zukünftige Netzanschlussrichtlinien - So gelingt die Netzintegration von Erzeugungsanlagen und Speichern“ kann jetzt von Ihnen gebucht werden. Die Inhalte entnehmen Sie bitte der Agenda

Das Seminar richtet sich an an Hersteller von Erzeugungseinheiten sowie Planer und Projektierer von dezentralen Erzeugungsanlagen (Windenergie, Photovoltaik, Verbrennungskraftmaschinen und Speicher), damit diese sich rechtzeitig in der Projektplanung und Produktenwicklung auf die neuen Anforderungen einstellen können. Andernfalls besteht die Gefahr, von den erweiterten Anforderungen überrascht zu werden und letztendlich den Netzanschluss für die Erzeugungsanlage und damit die Vergütung zu riskieren.

Zur Anmeldung

Seminar M.O.E

Rahmendaten zum Seminar

Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Planer und Projektierer von dezentralen Erzeugungsanlagen sowie Hersteller von Erzeugungseinheiten und Netzbetreiber.

Veranstaltungsort und -datum
07. März 2018, Novotel Hannover, Podbielskistraße 21-23, 30163 Hannover

Hinweis
Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 30 begrenzt, Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Die Teilnahmegebühr für die Veranstaltung beträgt 550,-- € (inkl. Verpflegung und Handouts).

Agenda

Uhrzeit Referent Thema
09:00 Jochen Möller, Geschäftsführer M.O.E. GmbH Begüßung, Vorstellung M.O.E. GmbH, Vorstellung des Seminarprogramms
09:45 Michael Voß, Leiter der Zertifizierungsstelle M.O.E. GmbH Aktuelle Entwicklungen bei den Netzanschlussrichtlinien sowie deren rechtlicher Hintergrund: NC RfG, VDE-AR-N 4120 / 4110 / 4105 / 4100
10:30 Michael Voß, Leiter der Zertifizierungsstelle M.O.E. GmbH Aktuelle Entwicklungen bei den Nachweisverfahren: Von der SDLWindV zur NELEV (ink. Auswirkungen für Wind, PV, VKM und Speicher), FGW TR3 / TR4 / TR8
11:45 Jan-Martin Mohrdieck, stellv. Leiter der Zertifizierungsstelle M.O.E. GmbH Praxisbericht Anlagenzertifizierung: Zusammenarbeit mit Netzbetreibern, Herstellern und Betreibern, Probleme und Lösungen, Nutzen der Zertifizierung
12:30   Mittagspause
13:30 Jochen Möller, Geschäftsführer M.O.E. GmbH Vorstellung Entwurf VDE-AR-N 4110 (TAR Mittelspannung): Aufbau und Struktur, Pflichten und Fristen, Anforderungen und Nachweise, Vergleich zur BDEW Mittelspannungsrichtlinie 2008, Diskussion
15:00   Kaffeepause & Networking
15:30 Jan-Martin Mohrdieck, stellv. Leiter der Zertifizierungsstelle M.O.E. GmbH Vorstellung VDE-AR-N 4120 (TAB Hochspannung): Aufbau und Struktur, Pflichten und Fristen, Anforderungen und Nachweise, Vergleich zum TransmissionCode 2007, Diskussion
16:30 Jochen Möller, Geschäftsführer M.O.E. GmbH Abschlussrunde: Zusammenfassung, Ausblick, Feedback
17:00   Ende der Veranstaltung

 

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